KrefeldKlimaNeutral 2035

Krefeld Klima Neutral 2035

Projektleitung

Andre Wilk

Auftraggeber:in

Stadt Krefeld

Projektzeitraum

2021 - 2023

Wie schnell kann eine Großstadt klimaneutral werden – und was muss dafür heute passieren?
Mit „KrefeldKlimaNeutral 2035“ hat sich die Stadt Krefeld bewusst für einen ambitionierten Weg entschieden. Das Gutachten zeigt auf, unter welchen Voraussetzungen Klimaneutralität bereits bis 2035 erreichbar ist, welche Weichenstellungen dafür nötig sind und welche Maßnahmen jetzt priorisiert werden müssen. So entsteht ein klarer, faktenbasierter Orientierungsrahmen für Politik und Verwaltung.

In Kürze/ Motivation:

Der Klimawandel erfordert entschlossenes und schnelles Handeln – auch auf kommunaler Ebene. Vor diesem Hintergrund wollte die Stadt Krefeld wissen, ob und wie das Ziel der Klimaneutralität deutlich früher als bislang vorgesehen erreicht werden kann. Ziel war es, die politischen Zielsetzungen mit belastbaren Daten, realistischen Entwicklungspfaden und klaren Handlungsoptionen zu unterlegen und damit eine fundierte Entscheidungsgrundlage zu schaffen.

Ausgangslage:

Die Stadt Krefeld verfügt bereits seit 2020 über ein integriertes Klimaschutzkonzept („KrefeldKlima 2030“), das auf eine Klimaneutralität bis 2050 ausgerichtet war. Vor dem Hintergrund verschärfter nationaler Klimaziele und eines politischen Beschlusses zur Klimaneutralität bis 2035 sollte dieses Ziel nun durch das Projekt-Team, bestehend aus Infrastruktur & Umwelt, Drees & Sommer und der einsfünf° GmbH, vertieft geprüft werden. Dabei galt es, bestehende Analysen zu aktualisieren, neue Szenarien zu entwickeln und insbesondere die Frage zu beantworten, welche zusätzlichen Anstrengungen notwendig wären, um die Klimaneutralität bereits 2035 zu erreichen.

Projektziel:

Ziel des Projekts war es, aufzuzeigen, was konkret geschehen müsste, um in Krefeld bis 2035 treibhausgasneutral zu werden.
Das Gutachten sollte:

  • die aktuelle Emissionssituation transparent darstellen,
  • das verbleibende CO₂‑Restbudget für die Stadt Krefeld bestimmen,
  • realistische Entwicklungspfade und Szenarien bis 2035 entwickeln und
  • strategische Maßnahmen sowie Weichenstellungen für Politik und Verwaltung ableiten.

Durchgeführte Leistungen:

Das Konzept besteht aus mehreren Teilen. Der Erläuterungsbericht bricht die Zielfrage nach der Klimaneutralität in die wichtigsten Aspekte herunter: Stromwende, Wärmewende, Verkehrswende. Für jede Wende wird die Ausgangslage gefolgt von den Potenzialen und Szenarien dargestellt.

Das Handlungskonzept beschreibt Ziele und die dafür notwendige Umsetzungsstrategie inklusive Maßnahmen. Ein Kosten- und Ressourcenplan gibt einen Ausblick auf nötige Finanzmittel und Personalstellen. Darüber hinaus werden Empfehlungen zu einer Organisationsstruktur, zum Controlling und zur Kommunikation gegeben.

Zusätzlich wurden gesonderte Anhänge zu den Einzelthemen Krefelder CO2-Restbudget, Klimafolgenkosten für die Stadt Krefeld, regionale Wertschöpfung und Kreislaufwirtschaft, Reduzierung des privaten konsumbedingten CO2-Fußabdrucks, verursacherbilanzierter Verkehr und Autarkiegrad erarbeitet.

Ergebnisse und Wirkung:

Mit „KrefeldKlimaNeutral 2035“ liegt der Stadt Krefeld ein umfassendes und faktenbasiertes Gutachten vor, das klar aufzeigt, unter welchen Bedingungen Klimaneutralität bereits bis 2035 erreichbar ist. Es macht deutlich, dass dafür tiefgreifende Veränderungen insbesondere in den Bereichen Strom‑, Wärme‑ und Verkehrswende erforderlich sind.

Es wird ersichtlich, dass neben Milliarden-Investitionen der Stadt und städtischen Unternehmen auch die Rahmenbedingungen auf Landes- und Bundesebene stimmen müssen. Auch muss dringend weiteres Personal eingestellt werden. Darüber hinaus muss der soziale Aspekt stärker in Klimaschutzvorhaben einbezogen werden (Stichwort „wer bezahlt die Klimawende?“).

Das Gutachten liefert der Stadt eine transparente Entscheidungsgrundlage, benennt notwendige Prioritäten und verdeutlicht zugleich die zeitliche Dringlichkeit des Handelns. Es dient als strategischer Kompass für politische Beschlüsse, für die Weiterentwicklung bestehender Konzepte sowie für die Planung der nächsten Umsetzungsschritte auf dem Weg zur klimaneutralen Stadt.

Umweltdezernentin Sabine Lauxen: „Das Klimaziel 2035 ist in europäischem Maßstab ein Ziel, das erreichbar ist. Wir möchten ehrgeizig vorangehen“.