Neele Rueck
Stadt Essen
2023 - 2025
In Kürze:
Der Essener Klimapakt bündelt die Kräfte von Wirtschaft, Institutionen und Stadtgesellschaft, um Klimaschutz aktiv und praxisnah voranzubringen. Ziel ist es, Akteur:innen bei der Entwicklung und Umsetzung konkreter Maßnahmen zu unterstützen, Orientierung zu bieten und den Austausch untereinander zu fördern. So entsteht ein Netzwerk, welches sich gemeinsam auf den Weg Richtung Treibhausgasneutralität begibt.
Ausgangslage:
Treibhausgasneutralität idealerweise bis 2030, spätestens aber bis 2040 – die Stadt Essen hat sich mit dem 2020 beschlossenen Aktionsplan nachhaltige Energie und Klima (SECAP) im Kampf gegen den Klimawandel ein ambitioniertes Ziel gesetzt. Da die Gestaltungsmöglichkeiten der Stadt auf die Minderung der eigenen kommunalen Emissionen begrenzt sind, ist es wichtig, alle Akteur:innen auf dem Weg zu diesem Ziel anzusprechen und mitzunehmen. Der wirtschaftliche Sektor hat dabei eine entscheidende Rolle: Er verfügt über erhebliche Potenziale zur Reduktion von Treibhausgasemissionen, zur Steigerung der Energieeffizienz sowie zum verstärkten Einsatz erneuerbarer Energien. In der Praxis scheitert die Umsetzung dieser Potenziale jedoch häufig nicht am fehlenden Willen, sondern an mangelnder Orientierung, fehlendem Wissen über geeignete Maßnahmen sowie Unsicherheiten bei der praktischen Umsetzung.
Um diese Lücke für Klimapartner verschiedener Größenordnung - von Kleinstunternehmen über KMUs bis zu Großunternehmen, Vereinen sowie sonstigen Institutionen - zu schließen, hat die Stadt Essen im April 2022 den Essener Klimapakt ins Leben gerufen.
Projektziel:
Ziel des Essener Klimapaktes ist die Unterstützung von Essener Unternehmen bei der Aufstellung einer Klimaschutzstrategie bzw. die vertiefende Beratung im Bereich der indirekten vor- und nachgelagerten Emissionen. Die Beratung und Aufstellung der Strategien soll den Klimapartnern den ganzheitlichen Blick auf ihre Klimaauswirkungen ermöglichen und sie befähigen, ihre Emissionen zu senken. Damit werden sie nicht nur unterstützt, langfristig einen Weg zur Treibhausgasneutralität bis spätestens 2040 einzuschlagen. Sie tragen darüber hinaus zum übergeordneten Neutralitätsziel der Stadt Essen bei.
Durchgeführte Leistungen:
In Zusammenarbeit mit der B.A.U.M. Consult GmbH haben wir folgende Leistungen durchgeführt:
Ergebnisse und Wirkung:
Insgesamt haben wir 15 Organisationen – von Sportvereinen über produzierende Unternehmen bis hin zum Universitätsklinikum bei der Entwicklung ihrer betrieblichen Klimaschutzstrategien und der Festlegung von ambitionierten Klimazielen unterstützt.
Gemeinsam wurden über 230 Maßnahmen definiert, die in den kommenden Jahren zur Erreichung dieser Ziele umgesetzt werden sollen. Das Maßnahmenportfolio umfasst unter anderem die Reduktion und Dekarbonisierung von Strom-, Wärme- und Kraftstoffverbräuchen, die Steigerung der Ressourceneffizienz sowie die Verringerung von Wasserverbrauch und Abfallaufkommen. Ergänzend wurden Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität an den jeweiligen Standorten entwickelt.
Obwohl die Einflussmöglichkeiten der Unternehmen entlang der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette häufig geringer sind als innerhalb des eigenen Betriebs, zielt mehr als ein Drittel der geplanten Maßnahmen auf die Reduktion von Scope-3-Emissionen ab.
Die konsequente Umsetzung aller erarbeiteten Maßnahmen würde bei den Klimapartnern zu einer Reduzierung der Scope-1- und Scope-2-Emissionen um knapp 90 Prozent bis spätestens 2040 gegenüber der jeweiligen Ausgangsbilanz führen. Damit können die Unternehmen einen erheblichen Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele der Stadt Essen leisten.
Die Teilnahme am Klimapakt bietet Unternehmen einen klaren Mehrwert: Sie profitieren von praxisnahen Handreichungen und konkreten Tipps, die zur eigenständigen Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen befähigen. Sie erhalten einen Einstieg in zentrale Themen wie CO2-Bilanzierung und lernen, konkrete Potenziale zur Emissionsreduktion im eigenen Unternehmen zu erkennen und zu nutzen. So werden sie gezielt bei der Erreichung ihrer individuellen Klimaziele unterstützt.
Fotos: Rosa Lisa Rosenberg, Stadt Essen, Moritz Leick, Stadt Essen, Georg Lukas
Abgebildete Unternehmen im Uhrzeigersinn, beginnend oben links: Sparkasse Essen, Deutscher Alpenverein Sektion Essen, Quadro Office GmbH, Universitätsklinikum Essen, Hammerschmiede Jäckel Essen GmbH, RWE AG
„Der Essener Klimapakt hat uns praxisnah an das Thema CO₂-Footprint herangeführt und geholfen, Potenziale zur Emissionssenkung zu erkennen.“ — Hammerschmiede Jäckel Essen GmbH
„Der Klimapakt unterstützt uns dabei, die eigenen Klimaziele gezielt zu erreichen.“ — SGS Essen
„Der Essener Klimapakt wird alle Unternehmen vereinen, die etwas für den Klimaschutz vor Ort und damit für die Lebensqualität in unserer Stadt tun möchten. Mit dem Essener Klimapakt geben wir gemeinsam mit der Wirtschaft das Signal, dass wir das Ziel der Klimaneutralität ganz konkret verfolgen. Dabei greifen wir auf ein Netzwerk zurück, das sich gegenseitig inspiriert, anspornt und unterstützt.“ - Oberbürgermeister Thomas Kufen (Stadt Essen), zitiert nach der offiziellen Meldung der EWG zur Unterzeichnung des Essener Klimapakts